I see therefore I am

mögliche Position der beweglichen Kameras
Zwei Kameras, über Funk mit einem Rechner verbunden. Sie stehen auf einem Platz, der von Menschen begangen wird, vorzugsweise als Aussichtspunkt (an einem bedeutsamen Ort). Die Stelen sind mit Rollen versehen, sind beweglich und von den Passanten zu verschieben. Auf einem anliegenden Gebäude/auf dem Platz, einsehbar aus der Position der Kameras: eine Videoprojektion/ein Monitor – sichtbar am Tag; dort: Geräusche, in den tiefen Frequenzen als Klang wahrnehmbar bildet eine mediale Raumkulisse.
Schauen die Kameras in dieselbe Richtung, dann ein Bild wird sichtbar. Werden beide Kameras oder eine bewegt: das Bild sucht sich selbst…sucht Das Videobild ist flüchtig, es sucht sich immer neu, findet zur stabilen Position, läuft, erzeugt aus dem Schwarz ein erkennbares Bild: die Perspektive beider Kameras.
Sichtbar wird nur, was sich gleicht, was erkannt wird, weil es die andere Kamera auch sieht. Hörbar ist, was beiden Orten gleich ist (also die Atmosphäre).
Es gibt zwei Formen der Kamerapositonierung: ist niemand da, dann kann der Wind über die Windfahne die Kameras ausrichten. Dann ist das Bild der Umgebung sichtbar – in der Richtung, aus welcher der Wind gerade kommt. Sind Passanten da, so können sie die Stelen bewegen, fahren, um ein Motiv zu suchen oder drehen, um eine Blickrichtung zu finden. Durch die Beweglichkeit kann die Bildverarbeitung erkundet werden. Man erkennt, wann ein Bild erzeugt wird und wann der Monitor schwarz bleibt. Sehen und Hören als Zusammenspiel mindestens zweier Instanzen, zweier Personen. Kommunikation setzt voraus, dass man eine Grundlage des Verständnisses hat. Eine gemeinsame Erfahrung ist Voraussetzung dafür. Die Installation macht diese notwendige Überschneidung an sehr einfachen bildlich und akustisch erfahr- und interagierbaren Algorithmen deutlich.

