Kontinuum

2021

Installation von Ursula Damm und Felix Bonowski

Felix Bonowski kontrolliert den „bachcam“-Bildschirm, EAWAG Flux Building, Zürich
Ansicht der Projektion mit bearbeitetem Video, das eine Ansammlung von Wasserbewegungen zeigt

Kontinuum ist eine generative Installation, die auf der Beobachtung des Chriesbachs und der Analyse seines Wassers basiert. Es ist ein öffentliches Kunstwerk für eine Laboreinrichtung der EAWAG (Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz) Zürich. Die Installation wurde im Juli 2021 realisiert.

Erstes Video nach dem Aufbau (für schnellere Bewegungen siehe Video am Ende dieser Seite)
Blick auf die Projektion mit manipuliertem Video, das eine Ansammlung von Wasserbewegungen zeigt
Kameras observieren den Wasserlauf des Chriesbachs
Positionierung der Kameras
Echtzeitdaten von Chriesbach für den Simulationsbildschirm

Die Installation beschäftigt sich mit dem Chriesbach. Das Studium des Wassers ist der Startpunkt des Werks. Durch kontinuierliches Betrachten bekommen wir Einblicke, die vom Wesen des Wassers, seiner Natur, der Umgebung durch Reflexion erzählen. Im Laborgebäude sind Projektionen zu sehen, die den Zuschauern in Echtzeit über den Zustand des Chriesbachs in zweierlei Hinsicht berichten: aus visueller Sicht und aus Sicht der Datenanalyse. Das Publikum kann durch die Projektionen den Zustand des Baches und des Wetters erfahren, wie in einer Art „atmosphärischem Wetterbericht“. Während die eine Projektion bewegte Bilder von drei Kameras – die sich an den Ufern des Baches befinden – in eine maschinell erlernte impressionistische Abstraktion umwandelt, verwendet die andere abstrakte Messdaten und übersetzt sie in eine bewegte Bildsprache, die für den Menschen als Wasserdynamik erkennbar ist. Mit diesen beiden Ansichten entwickelt Kontinuum einen kontinuierlichen Übergang von einer abstrakten Darstellung über Zahlen und Zeichen zum fotografischen Bild.

Für diese Arbeit verwenden wir Algorithmen, die eine aktuelle Videoaufnahme zeitlich verdichten. So entstehen Bilder, die von der Passage des Wassers, seiner Flüchtigkeit, seiner Anpassungsfähigkeit und seinen wechselnden Farben durch die Lichtreflexe der Umgebung erzählen. Die Videos des Chriesbachs stehen an einem Ende des Kontinuums, dessen anderes Ende durch Datendarstellungen seines Wassers bestimmt wird. Das Bild bewegt sich zwischen diesen Polen und lässt den Betrachter erfahren, welche Ästhetik die Natur bietet und welche der Ausdruck menschlicher Wissenssysteme ist. Auf diese Weise zeigt das Werk die Arbeit eines Forschungsinstituts und ermöglicht eine Rückbindung an den Untersuchungsgegenstand in seiner ursprünglichen Form und seiner ursprünglichen Gestalt sowie seine Transformation durch die Elemente der (digitalen) Bearbeitung. Die Arbeit bietet aber noch ein weiteres Kontinuum: Sie zeigt den Chriesbach in seinen Schwankungen, Veränderungen, Stimmungen und Extremen im Jahresverlauf. Das Werk kann somit als eine Art Barometer für den Zustand des Baches gesehen werden und informiert die Bewohnerinnen und Bewohner des Instituts über das „Draussen“ als ästhetische Erscheinung.

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Felix Bonowski installiert die Kameras
Dies ist das Konzeptvideo mit Beispielen für verschiedene interessante Momente